Projekttyp
Gewerbe
Fertigstellung
2022
Bauherr:in
Berliner Wasserbetriebe
Architektur
LKK Lehrecke Kammerer Keiß Gesellschaft von Architekt:innen mbH BDA
SFB Bauingenieure
Tragwerksplanung LP 1 - 6
Fotos
SFB/LKK
Am Standort Jungfernheide in Berlin-Spandau wurde für die Berliner Wasserbetriebe ein neues, dreigeschossiges Betriebsgebäude realisiert.Das teilunterkellerte Gebäude fügt sich als moderner Funktionsbau in das bestehende Betriebsgelände an der Motardstraße ein und vereint dabei hohe technische Anforderungen mit einer anspruchsvollen, leicht wirkenden Ästhetik. Der Entwurf geht auf einen Architekturwettbewerb aus dem Jahr 2016 zurück, bei dem ursprünglich zwei korrespondierende Gebäude zu entwerfen waren: das Betriebsgebäude sowie eine Sicherheitszentrale als dessen "schwebendes" Pendant; aus internen Gründen wurde davon jedoch vorerst nur das Betriebsgebäude realisiert. Der Entwurf besticht durch seine sandwichartige Anmutung, ein scheinbar schwebendes Obergeschoss ruht auf dem markanten Sockelgeschoss. Durch eine leichte Taillierung im Grundriss verliert der Baukörper an Schwere und erhält eine weichere, dynamische Erscheinung. Ein besonderer architektonischer Fokus liegt auf der Fassadengestaltung. Im Erdgeschoss sorgt eine vorgehängte, filigrane Fertigteilfassade mit annähernd raumhohen Fensteröffnungen für maximale Transparenz. Im Obergeschoss wird dieses Bilddurch eine auskragende, umlaufende Sonnenschutz-Lamellenfassade auf dem Umgang stimmig ergänzt, was den schwebenden Charakter des Gebäudes zusätzlich unterstreicht.
Um die architektonische Vision der Leichtigkeit baulich umzusetzen, haben wir das Gebäude in einer robusten Stahlbetonmassivbauweisekonzipiert. Die Herausforderung bestand darin, die filigrane Optik und das "schwebende" Obergeschoss tragwerksplanerisch effizient zu lösen. Die weitspannenden Stahlbetonflachdecken lagern zumeist linienförmig auf den Stahlbetonwänden auf. In den beiden stirnseitigen Eingangsbereichen sorgt die gezielte Anordnung von Stützen für ein großzügiges, hallenartiges Erscheinungsbild. Die umlaufenden, auskragenden Balkone sowie die vorgehängten Fassadenelemente (Vollfertigteile) erforderten eine präzise Detailplanung hinsichtlich der Lastabtragung, Befestigung und Einbaureihenfolge. Die Gründung des Gebäudes ist zweigeteilt: Das gesamte Untergeschoss wurde als weiße Wanne (WU-Konstruktion gegen drückendes Wasser) ausgeführt und auf einer durchgehenden Stahlbetonbodenplatte gegründet. Für diesen Untergeschossabschnitt haben wir zudem die komplette Verbauplanung übernommen. Im nicht unterkellerten Bereich des Erdgeschosses erfolgte die Bauwerksgründung dem Lastabtrag folgend auf Streifen- bzw. Einzelfundamenten.
Prokurist und Projektleiter
